Gefäßkatheter-assoziierte Infektionen unter Verwendung eines Konnektionsstückes (Bionecteur®)

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dc.contributor.advisor Häberle, Helene (PD Dr.)
dc.contributor.author Weinert, Franziska-Maria
dc.date.accessioned 2020-07-17T07:26:29Z
dc.date.available 2020-07-17T07:26:29Z
dc.date.issued 2020-07-17
dc.identifier.other 172508578X de_DE
dc.identifier.uri http://hdl.handle.net/10900/103360
dc.identifier.uri http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-1033608 de_DE
dc.identifier.uri http://dx.doi.org/10.15496/publikation-44739
dc.description.abstract Katheter-assoziierte Infektionen (CRBSI) stellen eine der häufigsten nosokomialen Infektionen dar. Die zentralvenösen Katheter machen mit 90% den Hauptteil der durch Gefäßkatheter bedingten Infektionen aus. Folgen der CRBSI können bspw. erhöhte Kosten sein, vor allem durch eine verlängerte Liegedauer der Patienten mit CRBSI. Kontamination der Katheter durch patienteneigene Hautkeime oder Keime, die durch medizinisches Personal bei der Patientenversorgung übertragen werden können, sind die häufigste Ursache für die Entwicklung einer CRBSI. Die primäre Sepsis, bedingt durch eine CRBSI, stellt ein schwerwiegendes Krankheitsbild mit oftmals umfangreicher Therapie dar. Deshalb kommt der Prävention von CRBSI eine große Bedeutung zu. Unter anderem gibt es hierfür nadelfreie Konnektionsstücke, die an die einliegenden Gefäßkatheter angebracht werden können. Sie stellen ein geschlossenes System dar, da ohne Diskonnektion ein Applizieren von Medikamenten oder die Blutentnahme möglich ist. Vor Konnektion von bspw. Spritzen ist eine sachgerechte Desinfektion der nadelfreien Konnektionsstücke durchzuführen. In vorliegender Studie wurde der Bionecteur® der Firma Vygon als solch ein nadelfreies Konnektionsstück verwendet. Die Bionecteur®- Studie untersuchte erstmals am Patienten, ob der Bionecteur® die Rate an Katheter-assoziierten Infektionen beeinflussen kann und ob er zudem eine Arbeitserleichterung für die Mitarbeiter darstellt. Es handelt sich bei vorliegender Untersuchung um eine prospektive randomisierte Beobachtungsstudie. Hierbei wurden auf der anästhesiologischen Intensivstation am Universitätsklinikum Tübingen über einen Zeitraum von 16 Monaten 220 Patienten randomisiert. Nach Studienende lagen von 47 Patienten vollständige Daten zur Auswertung vor. Bei zwei Gruppen, der Verum- (Bionecteur®) und der Kontrollgruppe, wurde die Inzidenz der CRBSI unter Verwendung des Bionecteur® untersucht. Die in die Studie integrierten Katheter waren der zentralvenöse Katheter und die peripher arterielle Kanüle. In regelmäßigen Abständen wurden Abstriche an den Gefäßkathetern entnommen und zur mikrobiologischen Auswertung gegeben. Die Katheterabstriche waren in 43,9% positiv. Dies war hauptsächlich einer Kontamination ohne darauffolgende Katheter-assoziierte Infektion geschuldet. Eine CRBSI konnte insgesamt bei 3 Patienten nachgewiesen werden, 2 davon in der Bionecteur®- Gruppe. Dies entspricht einer Inzidenz für Katheter-assoziierte Infektionen von 3,9 pro 1000 Kathetertage in der Bionecteur®- Gruppe und 1,8 pro 1000 Kathetertage in der Kontrollgruppe. Damit zeigte sich kein signifikant (p=0,580) häufigeres Auftreten von CRBSI in der Bionecteur®-Gruppe. Die während der Studie isolierten Pathogene entsprachen großenteils dem Keimspektrum anderer Untersuchungen. Vor allem Koagulase-negative Staphylokokken konnten gleichermaßen am ZVK und an der arteriellen Kanüle isoliert werden. Bei den Patienten mit CRBSI zeigte sich ein deutlich längerer Intensivaufenthalt. Mit p=0,065 (Signifikanzniveau 0,05) war der prolongierte Intensivaufenthalt bei Patienten mit CRBSI allerdings knapp nicht signifikant länger als bei Patienten ohne CRBSI. Es gab bezogen auf die Inzidenzrate der CRBSI mit einem häufigeren Auftreten in der Bionecteur®- Gruppe zwar einen Unterschied in beiden Gruppen. Auf Grund eines kleinen Patientenkollektivs ist vorerst aber nur eine eingeschränkte Aussage zum Vor- bzw. Nachteil des Bionecteur® möglich. Damit konnte eine abschließende Beurteilung eines erhöhten Infektionsrisikos unter Verwendung von Bionecteur® nicht abgegeben werden. Der Bionecteur® konnte, bedingt durch reduzierte Akzeptanz und Produktinkompatibilität, bisher in der täglichen Routine auf der anästhesiologischen Intensivstation am UKT vorerst nicht überzeugen. Werden die nadelfreien Konnektionsstücke im klinischen Alltag eingesetzt, so ist vor deren Neueinführung eine Mitarbeiterschulung unabdingbar, um eine korrekte Handhabung durchführen zu können. Hinsichtlich der infektpräventiven Vorteile von nadelfreien Konnektionsstücken kann die KRINKO in den aktuellen Richtlinien von 2017 weiterhin keine klaren Empfehlungen geben. Dies liegt mitunter an noch zu geringer Evidenz auf Grund fehlender randomisierter klinischer Studien. Um Gefäßkatheter-assoziierten Infektionen adäquat vorbeugen und eine sichere Patientenversorgung gewährleisten zu können, sind das Beachten von allgemein gültigen infektpräventiven Empfehlungen, geschultes Personal und eine hohe Compliance im Umgang mit Gefäßkathetern und neuen Medizinprodukten von großer Bedeutung! de_DE
dc.language.iso de de_DE
dc.publisher Universität Tübingen de_DE
dc.rights ubt-podno de_DE
dc.rights.uri http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_ohne_pod.php?la=de de_DE
dc.rights.uri http://tobias-lib.uni-tuebingen.de/doku/lic_ohne_pod.php?la=en en
dc.subject.classification Hospitalismus <Hygiene> , Infektion , Katheter de_DE
dc.subject.ddc 610 de_DE
dc.title Gefäßkatheter-assoziierte Infektionen unter Verwendung eines Konnektionsstückes (Bionecteur®) de_DE
dc.type Dissertation de_DE
dcterms.dateAccepted 2020-06-23
utue.publikation.fachbereich Medizin de_DE
utue.publikation.fakultaet 4 Medizinische Fakultät de_DE
utue.publikation.source Koeppen, M., Weinert, F., Oehlschlaeger, S., Koerner, A., Rosenberger, P., Haeberle, HA, Needle-free connectors catheter-related bloodstream infections: a prospective randomized controlled trial. Intensive Care Med Exp, 2019. 7(1): p. 63. de_DE

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