Der persönlich präferierte Geburtsmodus von medizinischem Fachpersonal und schwangeren Frauen und der Einfluss von beckenbodenspezifischen Informationen auf diese Entscheidung

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URI: http://hdl.handle.net/10900/101755
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-1017551
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-43134
Dokumentart: Dissertation
Date: 2020-06-23
Source: erschienen in : 1. Hübner M, Bihler J, Abele H. Kaiserschnitt: Von „Wunsch“ kann keine Rede sein. Deutsche Hebammen Zeitschrift. 2019. 71 (6): 44–47 ; 2. Bihler J, Tunn R, Reisenauer C, Kolenic GE, Pauluschke-Froehlich J, Wagner P, Abele H, Rall KK, Naumann G, Wallwiener S, Wallwiener M, Sohn C, Brucker SY, Huebner M. The preferred mode of delivery of medical professionals and non-medical professional mothers-to-be and the impact of additional information on their decision: an online questionnaire cohort study. Arch Gynecol Obstet. 2018 Nov 22. doi: 10.1007/s00404-018-4970-7. ; 3. Bihler J, Tunn R, Reisenauer C, Pauluschke-Fröhlich J, Wagner P, Abele H, Rall KK, Naumann G, Wallwiener M, Brucker SY, Hübner M. Personal Preference of Mode of Delivery. What do Urogynaecologists choose? Preliminary Results of the DECISION Study. Geburtshilfe Frauenheilkd. 2017 Nov;77(11):1182-1188. doi: 10.1055/s-0043-120919. Epub 2017 Nov 27.
Language: German
Faculty: 4 Medizinische Fakultät
Department: Medizin
Advisor: Hübner, Markus (Prof. Dr.)
Day of Oral Examination: 2019-09-06
DDC Classifikation: 610 - Medicine and health
Keywords: Gynäkologie , Geburtshilfe , Geburt , Kaiserschnitt , Präferenz , Beckenboden
Other Keywords: Risikostratifizierung
License: Publishing license including print on demand
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Inhaltszusammenfassung:

Über die letzten Jahrzehnte ist die Sectio-Rate weltweit deutlich angestiegen. In Deutschland wird derzeit jedes dritte Kind per Sectio geboren. Sowohl die positive ärztliche Haltung zum Kaiserschnitt, als auch der vermehrte Wunsch der Schwangeren werden häufig als Gründe hierfür genannt. In der vorliegenden Arbeit wurde der Einfluss der persönlichen Präferenz auf den Geburtsmodus untersucht und Gründe für die Entscheidung zu einem Kaiserschnitt ermittelt. Des Weiteren wurde analysiert, inwieweit Interesse an ergänzenden Maßnahmen (PDA, Risikostratifizierung, postpartale Pessartherapie) besteht und ob durch Informationen hierzu eine Änderung des präferierten Geburtsmodus erzielt werden kann. Hierzu wurden von April 2017 bis März 2018 vier medizinische Fachgruppen (die Teilnehmer/innen des 9. Deutschen Urogynäkologie- Kongresses, die Mitarbeiter/innen der Universitätskliniken Tübingen und Heidelberg und die Mitglieder der DGGG) mit variablem Bezug zu Schwangerschaft und Geburt, und eine Gruppe schwangerer Frauen in einem online Fragebogen befragt. (Bihler et al., 2017, Bihler et al., 2018) Insgesamt beteiligten sich 2324 Teilnehmer/innen in der Gruppe des medizinischen Fachpersonals und 269 zum Zeitpunkt der Befragung schwangere Frauen. Die Ergebnisse zeigen, dass sowohl medizinisches Fachpersonal (90,4%) als auch schwangere Frauen (88,8%) eine natürliche Entbindung deutlich bevorzugen. Befragte, die bereits per Kaiserschnitt entbunden hatten präferierten diesen Geburtsmodus erneut. Als Grund für eine Sectio war für die Schwangeren die Sicherheit ihres Kindes von Bedeutung, für das medizinische Fachpersonal außerdem der Schutz vor geburtsassoziierten Veränderungen am Beckenboden. Es bestand in allen Kollektiven großes Interesse an einer Risikostratifizierung und einer postpartalen Pessartherapie. Jedoch führte das Wissen zu diesen Maßnahmen in keiner der Gruppen zu einer signifikanten Änderung des präferierten Geburtsmodus. (Bihler et al., 2018) Die persönliche Präferenz des Fachpersonals sowie der schwangeren Frauen scheint nicht ursächlich für steigende Sectio-Raten. Vielmehr steht der Geburtsmodus mit der größtmöglichen Sicherheit für Mutter und Kind im Vordergrund. Maßnahmen wie die Risikostratifizierung geben Geburtshelfern die Möglichkeit evidenzbasiert und individuell hinsichtlich organischer Spätfolgen zu beraten und den „optimalen Geburtsmodus“ für alle Beteiligten zu finden. Weitere Studien sind erforderlich, um den Nutzen der Risikostratifizierung nachzuweisen.

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