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<mods:abstract>Der Schlaganfall auf Grund einer arteriosklerotischen Stenose der Hals-schlagader stellt weiterhin eine der häufigsten Todesursachen weltweit dar. Somit ist die Behandlung einer hämodynamisch wirksamen Carotis-Stenose weiterhin ein zentraler Punkt zur Verhinderung eines solchen cerebrovasculär bedingten Schlaganfalles.&#xd;
Bei der chirurgischen Therapie einer hämodynamisch wirksamen oder symp-tomatischen Carotis-Stenose geht es im Wesentlichen um die absolute Risiko-reduktion in Bezug auf die Vermeidung eines perioperativen Apoplexes oder die Abwendung eines postoperativen Apoplexes im Langzeitverlauf. &#xd;
Für das Therapieergebnis ist dabei ganz entscheidend, je geringer die periope-rative Komplikationsrate in Bezug auf Tod und Apoplex ist, desto größer ist die absolute Risikoreduktion. Die Möglichkeit einer maximalen Risikoreduktion ist hierbei abhängig von der bestehenden Pathologie der Carotis-Stenose, z.B. die Plaque-Morphologie, dem bestehenden klinischem Stadium (symptoma-tisch oder asymptomatisch), den Vorerkrankungen, der vorherrschenden Infra-struktur in der therapierenden Klinik, der Erfahrung und Versiertheit der ope-rierenden Abteilung und im Speziellen der operativen Erfahrung des jeweili-gen Operateurs. Die Frage, welche hierzu immer wieder auftritt ist, ob Zent-rumsbildungen zu Gunsten der sog. „high volume“-Hospitäler im Sinne der peri-therapeutischen Komplikations-Risikoreduktion sinnvoll sind.&#xd;
Hierfür soll mit Hilfe unserer Daten-Analyse gezeigt werden, wie sich die Zah-len für perioperativ aufgetretene Komplikationen, v.a. die perioperative Apop-lexrate sowie die kombinierte Apoplex- und Todesrate, in einem „high volume“-Hospital der Maximalversorgung darstellen oder im Verlauf der Jahre sich ver-ändern und wie diese im Vergleich zu den vorliegenden multizentrischen ran-domisierten Studien und den vorliegenden deutschlandweiten Daten der Qua-litätssicherung (Modul 10/2 Karotis-Revaskularisation) zu werten sind.&#xd;
Im Zeitraum vom 01.01.2005 bis zum 31.12.2012 wurden in der Klinik für Ge-fäßchirurgie, Endovaskuläre Chirurgie und Transplantationschirurgie 2.117 Patienten bei hämodynamisch wirksamer asymptomatischer oder symptomati-scher Stenose an der Halsschlagader operiert. Dabei lagen bei 1.500 Patien-ten (71%) asymptomatische Stenosen vor und bei 617 Patienten (29%) eine symptomatische Stenose. Es wurden hierbei 80,3% der Patienten mit einer Eversions-Endarteriektomie („EEA“), eine biologischen Rekonstruktion ohne Verwendung von Fremdmaterial, 12,3% mittels „TEA mit Kunststoff- (Dacron)-Patchplastik“, 5,7% mittels „EEA+ temporärer Shuntanlage“ und jeweils unter 1% mittels „TEA mit Venenpatchplastik“ oder „TEA mit Rinderperikard-Patchplastik“ oder mittels Einsatz eines „Kunststoff-Interponats“ operiert. Die Operationen erfolgten zu 94,7% in Lokalanästhesie, 4,7% erfolgten in Vollnar-kose und bei 0,7% war eine intraoperative Konversion von Lokalanästhesie in Vollnarkose notwendig.&#xd;
Bei 91,2% der Operationen kam es postoperativ zu keinerlei Komplikationen. Als schwerwiegende peri- u. postoperative Komplikation trat bei 0,6% der Pati-enten ein Apoplex auf, bei 0,5% wurde ein postoperativer Myokardinfarkt fest-gestellt und lediglich 0,1% der Patienten verstarben perioperativ. Die kombi-nierte Apoplex- und Todesrate lag unter Einbeziehung aller klinischer Stadien, OP-Methoden und Anästhesie-Verfahren bei nur 0,7%. Die in der Literatur an-gegebenen Daten zeigen deutschlandweit eine perioperative Komplikations-Rate in Bezug auf „Apoplex und Tod“ von 2,4% (Kuehnl et al., 2016) und eu-ropaweit von 2% (Phillips et al., 2017) auf. In den großen randomisierten Stu-dien wie der ACST- 1- Studie, der GALA- Studie oder der CREST- Studie zeig-ten sich kombinierte Komplikations-Raten (Apoplex und Tod) von 1,7% (Halli-day et al., 2010), 4,2% (Gough, 2008) und 1,6% (Hye et al., 2016). Somit zeigt sich nicht nur, dass in der Klinik für Gefäßchirurgie des Klinikum Stuttgart die Grenzwerte für „good clinical practice“ von peri-/post-therapeutischen Apoplex-/Todesfällen von &lt; 3% für die asymptomatische Carotis-Stenose und &lt; 5% für die symptomatische Carotis-Stenose (IQTiG, 2014-2020) problemlos erfüllt wurden, sondern auch, dass die deutschlandweiten, die europaweiten und  auch die in den vorliegenden großen randomisierten Studien dokumentierten Komplikationsraten unterschritten wurden. &#xd;
&#xd;
Ein wichtiger Aspekt dieser Arbeit stellt die Abklärung der Hypothese dar, gibt es einen Zusammenhang zwischen den durchgeführten unterschiedlichen Operationsmethoden und der postoperativen kombinierten Apoplex- u. Todes-rate. Die Daten-Analyse zeigt bei der kombinierten Apoplex- u. Todesrate ei-nen signifikanten Unterschied bezüglich der OP-Methoden (p=0,002). Bei der alleinigen „Eversions-Endarteriektomie“ (EEA) als biologische Rekonstruktion ohne Fremdmateriel erlitten 6 von 1.700 Patienten (0,4 %) das kombinierte Er-eignis Apoplex und Tod als perioperative Komplikation. Bei der „TEA mit Dacron-Patchplastik“ erhöht sich das perioperative Komplikations-Risiko um das 5-fache auf 2,3 % (6 von 230 Patienten). Bei dem selten (5 / 2.117 Pat.) zur Anwendung gekommenem Gefäßersatz durch ein Kunststoff-Interponat ist das perioperative kombinierte Komplikations-Risiko „Apoplex u. Tod“ sogar auf das 70-fache erhöht (1 von 5 Pat.). Somit lässt sich ein genereller signifikanter Zu-sammenhang zwischen angewandter OP-Methode und der perioperativen Apoplex- u. Todesrate feststellen.&#xd;
Des Weiteren wurde ein Zusammenhang zwischen der durchgeführten Nar-koseform mit den peri- und postoperativen Komplikationen Apoplex, Myokardi-nfarkt, Tod und dem kombinierten Komplikations-Risiko „Apoplex u. Tod“ ge-prüft. Hierbei konnte ein signifikanter Zusammenhang zwischen der durchge-führten Narkoseform und der Apoplexrate (p=0,001) sowie ebenfalls zwischen der kombinierten Apoplex- und Todesrate (p&lt;0,001) nachgewiesen werden. Es wurde ein um das 8-fache erhöhtes Risiko für einen Apoplex oder Tod bei den Patienten festgestellt, welche intraoperativ von Lokalanästhesie in eine Voll-narkose konvertiert werden mussten (p=0,046, OR 8,083). &#xd;
Für den postoperativ aufgetretenen Myokardinfarkt konnte weder für die durchgeführte Narkoseform (p=0,423) noch für die durchgeführten Operati-onsmethoden (p=0,345) ein signifikanter Zusammenhang ermittelt werden.&#xd;
Einen signifikanten Unterschied der Komplikations-Raten im Verlauf des Ana-lysezeitraums (2005 – 2012) gab es nicht. Lediglich auffallend war im Verlauf des Beobachtungszeitraums eine deutliche Abnahme der Risikofaktoren bei den Patienten.&#xd;
In der Literatur gibt es zu den perioperativen Komplikations-Raten bei Carotis-Revaskularisationen auch unterschiedliche Angaben, alle aber erhoben im Rahmen von prospektiven randomisierten Multicenter- Studien.  Auf Grund der unterschiedlichen Studiendesigns und Patientenkollektive in den randomisier-ten Studien und unserer „single center“-Studie sind die Ergebnisse nicht ver-gleichbar. Aber im Vergleich zu Multicenter-Studien sind unsere sog. „real world“- Ergebnisse aus einem „high volume“- Hospital wertvoll, da auch so sel-ten. Besonders im Hinblick auf den Vergleich der peri- therapeutischen Kom-plikationsraten im Zusammenhang mit der durchgeführten Behandlungsme-thode und der Narkoseform zwischen der operativen Therapie (EEA, TEA) und der endovaskulären Therapie (Stent/PTA) der Carotis-Stenose sind solche Da-ten aus einem „high volume“-Hospital unter dem Aspekt der sog. „real world“-Ergebnissen bei der Diskussion um Mindestmengen und der Zulassungs- Diskussion von Behandlungsmethoden wichtig.</mods:abstract>
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